Rudolf Wötzel
Rudolf Wötzel

Interview mit Rudolf Wötzel

 

 

Chantal und Sidonia: Von deiner Frau haben wir erfahren, dass du gerne vor Sonnenaufgang das Schlappiner Joch erklimmst. Was findest du an dieser Wanderung besonders schön?

Rudolf Wötzel: Es ist ein schöner Perspektivenwechsel. Man startet unten im Wald, im Schlappiner Dörfchen. Dann gewinnt man schnell an Höhe und hat einen ersten Ausblick über den Schlappiner See bis nach Klosters. Weiter oben sieht man weit nach Österreich hinein, bis ins Silvrettamassiv und natürlich in den Rätikon.

 

Weshalb empfiehlst du diese Wanderung auch noch?

Es ist eine abwechslungsreiche Wanderung, da sie viele Varianten bietet. Man kann den gleichen Weg zurückgehen oder man nimmt den Höhenweg Richtung Madrisa und läuft dann übers Erika zurück nach Schlappin. Auf dieser Route sieht man wunderschöne Erikafelder und Alpenrosen. Schön ist auch die Wanderung übers Schlappiner Joch bis Gargellen in Österreich. Die Grenzüberschreitung nach Österreich ohne Passkontrolle finde ich besonders „prickelnd“ (lacht).

 

Welches Wandererlebnis ist für dich am eindrücklichsten?

Der „Flow“, in den man reinkommt. Wenn man in schön stetigem Schritt wandert und das über mehrere Stunden, erlebt man eine Art Meditation. Man vergisst alles und ist in seiner eigenen Welt. Man kann ein bisschen Tagträumen und hat gleichzeitig das Gefühl, dass man grosse, weite Strecken ohne Anstrengung zurücklegen kann.

 

Was findest du an Klosters besonders schön oder speziell?

Also ein guter Beweis dafür, dass ich Klosters schön finde, ist, dass ich es als Wohnort für mich und meine Familie gewählt habe. Und ich bin nicht gezwungen hier zu leben, ich lebe hier freiwillig (lacht). Ich mag, dass die nicht sehr grosse Gemeinde ein tolles Angebot an Infrastruktur bietet: Eisbahn, Schwimmbad, Skifahren, Langlauf und natürlich Wandern. Das kann eine Gemeinde von dieser Grösse im Unterland nicht bieten. Speziell an Klosters ist auch, dass man zwar in einem dörflichen, schönen, familiären Umfeld wohnt und dennoch nicht am Ende der Welt ist (lacht). Davos liegt nahe und innerhalb einer knappen Stunde Autofahrt gelangt man nach Chur oder in die Bündner Herrschaft.

Dazu kommt eine interessante Mischung von Leuten hier. Von bodenständigen Bauern und Handwerkern bis hin zu zugezogenen Städtern und Ausländern trifft man in Klosters alles. Das ergibt ein spannendes Spektrum von verschiedenen Menschen und Meinungen.

 

Vielen Dank für das Interview!

 

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