Der helle Kalkstein der Rätschenfluh
Der helle Kalkstein der Rätschenfluh

Geologie des Rätikon – eine Reise durch Jahrmillionen


Das Rätschenhorn fällt mit seiner weissen Farbe schon von weitem auf, besonders neben dem schwarzen Gestein des Madrisahorns. Wer auf dem Rätschenjoch steht, befindet sich auf dem Gestein eines früheren Meeresbodens. Das Madrisahorn, welches aus dunklerem Gestein ist, gehörte vor vielen Jahren zu Afrika. Das Rätschenhorn selbst besteht aus Kalkgestein, welches sich in einem Flachmeer vor der europäischen Küste bildete. Diese Struktur entstand durch Plattenbewegungen. Vor etwa 250 Millionen Jahren entstand ein grosser Kontinent, der sogenannte Urkontinent Pangäa. Unterhalb des Riesenkontinentes führten Magmaströme aus dem heissen Innern der Erde zu einem Auseinanderbrechen von Pangäa. Pangäa wurde in der Folge in zwei Teile gerissen, Gondwana (Afrika) und Laurasia (Europa und Asien). Mehrere Millionen Jahre drifteten diese kleineren Kontinente immer weiter voneinander weg. Zwischen Europa und Afrika entstand ein flaches Meer, der Tethys Ozean. Das Auseinanderdriften dauerte so lange, bis eine neue Magmaströmung zum Leben erwachte. Diese Strömung trieb Afrika wieder in Richtung Europa. Durch die darauf folgende Kollision entstanden die Alpen. Die hellen Kalke des Rätikons sind aufgeschobener, ehemaliger Meeresboden eines flachen Meeres. Auf dem Rätschenjoch befindet man sich auf ehemaliger ozeanischer Kruste. Die dunklen Gipfelgesteine der Madrisa, sogenannter Gneis, bestehen aus Krustenmaterial der afrikanischen Platte.

 

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