Der Monbielerstutz
Der Monbielerstutz

Pest – ein halbes Dorf wird ausgerottet


Im Jahre 1629 wütete in Klosters über sechs Monate lang die Pest. Ungefähr 540 der geschätzten 900 Einwohner fielen der Seuche zum Opfer. In ganz Europa starb ein Drittel der ganzen Bevölkerung durch den «Schwarzen Tod». Damit sich die Seuche nicht noch mehr ausbreiten konnte, mussten die Toten auf Nebenwegen zum Friedhof transportiert werden. Die Toten wurden auf dem Friedhof in Gruben geworfen. Diese Massengräber wurden danach mit Kalk bedeckt, damit sich keine weiteren Menschen anstecken konnten. Doch auch für die Lebenden gab es klare Vorschriften: Es durfte weder gespielt noch getanzt werden. Allerdings kümmerten sich viele junge Leute nicht um dieses Gesetz und trafen sich an abgelegenen Orten. Ihr Motto war: «Lasst uns heute noch fröhlich sein, denn morgen sind wir tot.» Erst 1631 erlosch in Klosters die Pest endgültig. Es wird erzählt, dass der Messmer Jörg eines Tages mit Ross und Wagen den Monbielerstutz hinunterfuhr. Auf dem Wagen waren die letzten Toten von Monbiel, Jörg war der einzige Überlebende. Deshalb rief er laut: «So, jetzt sind alle Monbieler Hausschlüssel mein!» Sein Pferd erschrak wegen seinem lauten Ruf, so dass es ausriss, Jörg vom Wagen geschleudert und von einer hervorstehenden Latte des Strassenzauns aufgespiesst wurde.

 

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