Hausspruch
Hausspruch

Haussprüche in Serneus – Erinnerungen und Verzierungen


Im Dorfkern von Serneus stehen viele alte Häuser mit Haussprüchen. Die ältesten Häuser sind um 1742 erbaut worden, denn nur ein Jahr zuvor brannte das ganze Dorf nieder. Es mussten 29 Häuser neu aufgebaut werden. Der grösste Teil der neu aufgebauten Häuser wurde mit einem Hausspruch versehen. Doch nur drei von diesen 29 Häusern sind mit einem Spruch verziert, welcher explizit den Schutz vor einem erneuten Dorfbrand beinhaltet. Oft wurden Sprüche zum Schutz des Eigenheims auf die Hauswand geschrieben. Doch manchmal waren es auch einfach Bekenntnisse, Mahnungen, Wünsche, Glückwünsche sowie Lebensweisheiten, welche an die Dorfbewohner weitergegeben werden sollten. Heutzutage sind solche Verzierungen ein wunderschöner Schmuck und eine Erinnerung an alte Tage. Beim genauen Durchlesen und geduldigen Betrachten dieser Sprüche kann man sich mit etwas Fantasie eine Vorstellung davon machen, wie das Leben, die Kultur und der Glaube vor fast 300 Jahren waren.

 

 

Hauseinschrift vom Haus Florin in Serneus:

1743 Giebelwand, Platz 61, Haus Florin

 

"Weil alles Eytel ist

Und flüchtig Hier auf erden,

Da immer Etwas brist,

Such ich ein Erb zu Werden,

mit Jesu Gottes sohn,

im Himmels vatterlandt
Der güter Freüd und wohn,

Von ewigem Bestandt."

 

Bemerkung: "brist" bedeutet "fehlt" und mit "wohn" ist hier "Wonne" gemeint.

 

 

 

zurück